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Tagebuch - Juni 2013



24.-27.6.2013
Kursbesuch. Ich möchte noch ein paar Ideen haben, wie ich die Reitzeiten verlängern kann, ohne dass wir Rückschritte in der Motivation machen. Ich erzähle, wie unsere Arbeit momentan aussieht: Arbeit an der Hand, am Seil, mit Reiter am Seil, selbst reitend, freies Spielen zum Beispiel mit dem Ball. Immer sehr abwechslungsreich und immer recht kurz. Wenn ich eine halbe Stunde mache, ist das schon ordentlich. So kurz, weil ich die Motivation erhalten will, weil ich möchte, dass er mit Spaß am Erfolgserlebnis da heraus geht und weil er sich eben auch so schnell zu langweilen scheint. Doch meine Lehrerin meint, jetzt stünde mehr Kontinuität an. Eben wirklich mal 2-4 Minuten durchtraben. Das mache ich ja nie, ich arbeite immer eher antraben-durchparieren-antraben, weil das ja üblicherweise den Fleiß des Pferdes stärkt. Sie meint, dass dieses Denken schon zu sehr lektionsmäßig in Richtung Dressurausbildung geht. Dass jetzt der Zeitpunkt da wäre, ihm mal etwas mehr abzuverlangen, dass es durchaus mal normale Insgesamt-Zeiten von 40-45 Minuten sein sollten. Aufgeteilt, wie ich das schon mache, um ihn nicht zu langweilen und auch weil er am Boden schon Sachen lernen kann, die im Sattel einfach noch kein Thema sind (Weichen lassen, Stellen, Biegen... kann ich ja alles nicht aus dem Sattel machen, weil mein Ziel da immer noch flüssiges Vorwärts ist und all diese Dinge eher verbremsend wirken). Zudem mehr longieren, und zwar größer und nicht mehr nur am Seil, soweit sei er. Ist gut noch mal so einen Blick von außen zu bekommen! Vielleicht denke ich selbst zu viel daran, wie er mal war, was ich nicht mehr möchte und bin daher zu vorsichtig. Ja, vielleicht sollte ich langsam mehr verlangen!


21., 22., 23. 6. 2013 Der Junge geht nicht auf den Anhänger, das vermutete niemand. Meine Freundin hatte ihn ja im Dezember gekauft, die Vorbesitzerin brachte ihn ihr nach Hause. Es gab ein youtube-Video, wie Bliki lammfromm in einen Anhänger steigt – und vorn wieder herausgeht, der Anhänger hatte einen Frontausstieg. Als ich ihn im März mit zu dem Kurs genommen habe, stand ich drei Stunden mit ihm da - und er ging überhaupt nicht hinein. Allerdings hat unser Hänger auch keinen Frontausstieg. Na super. Letztlich habe ich ihn verladen bekommen, alleine, weil ich das nicht mag, zehn Leute ums Pferd und jeder hat noch einen anderen tollen Tipp zur Hand. Aber es hat drei Stunden gedauert!! Weil der nächste Kurs ansteht, habe ich angefangen mit ihm Verladen zu üben. Am Seil und Knotenhalfter, er hat gelernt, auf Zupfen am Knotenhalfter und Gertenimpuls auf dem Rücken vorzutreten. Die Gerte wird lästig eingesetzt, tippend und wippend auf den Rücken, von der Stärke her wie ein lästiges Insekt bis hin zu einem leichten Klaps. Aber nicht derb! Dafür aber permanent. Dieser Impuls hört sofort auf, wenn er sich in Richtung Anhänger bewegt. Das Prinzip ist also: Draußen vorm Anhänger ist Stress, drinnen im Anhänger ist Ruhe. Ich habe Freitag, Samstag und Sonntag geübt. Freitag habe ich aufgehört, nachdem er flüssig auf die Rampe gegangen ist und ich das beliebig oft wiederholen konnte. Samstag war ich mit der Grenze zum Innenraum zufrieden, Sonntag stand er bis zur Hälfte drin. Das hat mich jeweils eine Stunde gekostet und viele Nerven: Man muss super schnell reagieren, damit die Struktur „draußen Stress, drinnen Ruhe“ stimmt. Mehr habe ich nicht gemacht, weil ich mit einem Erfolgserlebnis aufhören wollte. Hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich noch 2-3 Einheiten gemacht, und langsamer aufgebaut: Ganz reinstellen, Druck an den Hinterbacken akzeptieren (imitieren der Stange hinten), Ründchen fahren, aussteigen, wieder einsteigen. Aber: Keine Zeit, Montagmorgen musste er rauf. Tatsächlich hat es geklappt, ganz sicher war ich mir nicht, weil uns eben eigentlich ein paar Einheiten fehlten. Nach dem Kurs ist er innerhalb von 2 Minuten eingestiegen, zack-zack! Alleine verladen, ohne unschöne Bilder und ganz flüssig und sicher. Sehr stolz!


13.6.2013 Ball gespielt, er scheint das zu kennen: Softball-werfen, er geht sofort mit der Nase dran. Und läuft los mit mir am Seil! Hat Spässchen, super schön. Dann Reiten mit Knotenhalfter, auch total zügig und nett. Durch Pylonen am Boden am Seil & aus dem Sattel. Auf beiden Händen galoppiert, klappt gut mit Seilschwingen. Das Seil habe ich jetzt mal statt der Gerte genommen, weil er eben so gut darauf am Boden reagiert. Mir ist die Reaktion auf die Gertenhilfe zu wenig da, und die kann ich auch nicht verbessern, indem ich sie mal deutlcih einsetze. Da spielt wieder die Geschichte dieses Pferdes hinein: Er hat sie schon zu oft gespürt. Sie ist im Sattel einfach negativ belegt für ihn, am Boden oder im Gelände ist das ganz anders, da reagiert er auf sie wie ein ganz normales Pferd. Dieses Reiten mit Seil als treibendes Hilfsmittel sieht zwar ziemlich bescheuert aus, nämlich wie ein Möchtegern-Cowboy auf einem Isländer, aber es funktioniert. Und was unserem Ziel zuarbeitet, wird weiter genutzt! Nach der Arbeit will er nicht zurück in den Offenstall, bleibt stehen als ich aus der Halle in Richtung Stall abbiegen will. Das ist doch ein gutes Zeichen, dass ihm unsere Arbeit so gut gefällt! Habe auch zum ersten Mal nur auf Knotenhalfter geritten und das hilft anscheinend: er ist weniger blockiert, vielleicht weil er das nicht kennt und Trense sonst mit geritten-werden-alten-Erinnerungen abspeichert. Obwohl wir ja viel Handarbeit und so mit Trense machen und er da sehr fein, bemüht und aufmerksam ist.


Anfang Juni: Neue Idee, um ihn über den Punkt wegzureiten, dass er nach 20 Minuten stockend wird und anzufragen scheint: War das jetzt nicht super? Wo bleibt mein Leckerli, wo bleibt das abspringen, absatteln, loben? Diese Strategie hat er gelernt bei mir, aber jetzt wird es Zeit, das abzuändern. Ich spreche mit Luca Moneta über ihn, das ist ein italienischer Springreiter mit Parelli-Hintergrund, der sich auf sauer gerittene Pferde spezialisiert hat. Er sagt: Dieses Pferd hat über Lob gelernt, gut. Aber jetzt muss er lernen, dass auch Druck gut sein kann und nicht immer schlecht für ihn ist. Er gibt mir den Tipp, weil Bliki so gut am Seil mitmacht, dass ich ihn am Seil arbeite und einen Reiter erst mal nur als Passagier draufsetze. Dann soll der Reiter immer mehr übernehmen, und ich begleite das nur still am Seil und greife ein, wenn es stockend wird. Ich finde, das ist eine gute Idee. Dadurch kann er den Reiter nicht verhungern lassen, erhält Unterstützung von unten. Natürlich soll er weiter in dieser positiven, motivierenden Stimmung gearbeitet werden. Als wir das das erste Mal ausprobieren, ist er sichtlich verwirrt: Auf wen soll er denn jetzt hören? Er guckt mich an, spielt mit den Ohren, widmet seine Aufmerksamkeit dem Reiter. Ich mache am Seil klar, dass er mir die Aufmerksamkeit schenken soll. Viktoria findet es ein bisschen komisch, plötzlich nur draufzusitzen und zu warten, was kommt: antraben, stehenbleiben, Schritt gehen. Er macht das prima. Ich mache noch zwei weitere solcher Einheiten. Bei der letzten kommt es dazu, dass der Reiter wirklich reitet. Anfangs reagiert er ganz fein. Als dann nach ein paar Wiederholungen der Reiter die Hilfen zum Antraben verstärken muss, also stärker treiben müsste, damit er antrabt, hilft eben das Seil. So bekommen wir es doch hin, dass er weiter auf feine Hilfen hin reagiert und nicht von sich aus zurückstuft. Keine schlechte Idee, Luca Moneta! Allerdings brauche ich dafür immer Helfer, und das ist nicht sooo oft möglich. Momentan höre ich von den Geländereitern, dass er richtig super sei – sehr sehr fleißig und im Vorwärts! Prima.




 

 

 

 

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