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Tagebuch - Mai 2013



25.5.2013
Gestern haben wir noch einen Meilenstein erklommen: Eine Islandpferdetrainerin war da und hat ihn geritten. Das war der Wunsch meiner Freundin, mit der ich den Wallach habe. Ihr Resümee: Ganz tolles Pferd, selten trifft man auf so klar getrennte Gänge. Und: Weg genau richtig, genauso weiter machen. Auf Spaß achten, viele Übergänge, viel Abwechslung, Handarbeit, Seilarbeit, Gelände, so wie wir das momentan machen. Er hatte aber auch einen super guten Tag, so lange ist er seit einem halben Jahr nicht in der Bahn gelaufen wie da. Ich konnte es irgendwann nicht mehr aushalten und hab gerufen: „Du, das ist für den schon ganz ganz viel, mach mal eine Pause!"Er ist zum ca. 10. Mal in der Bahn galoppiert und schön getrabt und getöltet (das rufen wir ja sonst nur im Gelände ab). Es gab nicht eine Situation, in der ich dachte "der haut gleich die Bremse rein". Er war einfach nur frisch und engagiert! Und frech wird der Junge, aber das finde ich gut. Endlich ist da wieder Leben drin! Man beachte: vor 6 Monaten ging dieses Pferd keinen einzigen Schritt mehr in der Bahn und reagierte gar nicht mehr auf Schenkel oder Gerte. Ich bin stolz auf ihn! Auch wenn es bestimmt wieder Rückschritte geben wird. Es ist eben noch ein weiter Weg, aber wir sind gut dabei!


19.5.2013 Longieren am Seil klappt! Läuft nicht mehr nach innen (nur auf Aufforderung), lässt sich antraben, durchparieren, antraben, anhalten. Heute mit Pylonen-durchqueren und zwei mühseligen Galopp-Einlagen. Fällt ihm schwer, diese Gangart zu halten. Aber er war so bei der Sache, ganz toll! Auch unterm Sattel fleißig und dabei. Dann noch mal bitte an der Hand die Vorderbeine in einen Reifen stellen – macht er als ob er das schon lange kennt. In letzter Zeit viel Hand- und Seil- / Longenarbeit. Scheint der richtige Weg zu sein. Zwischendurch mal kurz rauf und abfragen, ob er fleissig ist und gut ist. Hatte viele Stangen und eben die Pylonen in der Bahn liegen, das fand er interessant, auch beim Reiten blieb durchs drumherum-reiten und drüber tretenlassen der Eifer schön erhalten. Danach darf er sich wälzen, danach gehen wir noch an der Hand grasen. Völlig verändert hat sich sein Ausdruck: der ist wach, interessiert, dabei. Gar nicht mehr in sich gekehrt und stumm.


13.5. 2013 A., seine Reiterin als er sechsjährig war, kommt Bliki besuchen. Sie fährt mehr als 600 Kilometer, um das Pferd zu sehen, mit dem sie im Jugendkader war. Er war damals im Deckeinsatz und lief nebenbei mit ihr als 13-Jährige Turniere. Ein perfektes Pferd, wie sie sagt. Sie hat ihn nun sechs Jahre nicht gesehen, und ich habe sie vorgewarnt: Das ist immer noch ein nettes Pferd, aber garantiert anders, als sie ihn von früher kennt. Am Stall, er steht innen, sie geht als erstes hinein. Ich warte ab, wie die beiden sich wiedersehen. Später dann am Küchentisch: Ob er sie wohl erkannt hat? Er war nicht so vorsichtig wie bei Fremden sonst. Sie ist sich nicht sicher, ich auch nicht. Vielleicht irgendwie vertraut? Wir arbeiten auf dem Platz, erst am Seil, dann Longieren am Seil, das klappt richtig gut. Dann Trense drauf, Handarbeit, Kauen bitte! Klappt, wenn ich nur die Hände an die Gebissringe lege. Er hat sich das sofort gemerkt. Kopf hochnehmen so lala, Kopf absenken funktioniert im Stand mittlerweile mit kaum mehr Druck aufs Genick, nur noch Impuls in den Maulwinkel. Dann diese Übungen im Schritt, er drängelt etwas nach innen, also Schulter touchieren. Nach einigen Wechseln: Abfragen im Stand, Abfragen im Schritt senkt er auch mal endlich den Kopf im Schritt. Prima! Loben, genug. Abends gehen wir dann noch eine Runde raus, die Tage zuvor hatte er bei Viktoria im Gelände furchtbar Angst vor Wassergräben, die man dort im Wald überqueren muss. Geht mit Führpferd super, wir wechseln uns ab mit dem Reiten von Bliki. A. findet, dass er glanzloser ist als früher, aber massiger. Er wäre früher immer ganz dunkel gewesen, jetzt sieht er eher schwarzbraun aus. Er habe sich immer so präsenter hingestellt, eben stolzer, wie ein Hengst – der er ja auch war- der sich präsentieren wollte. Im Tölt wäre er wesentlich flotter gewesen, differenzierter zu reiten. Abends zeige ich ihr noch die Mitschriften von Züchtern und von der Vorbesitzerin. Wir gehen auch noch mal die FEIF-Ergebnisse durch, die ich im Internet gefunden habe. Es wird ein Schema deutlich, man kann es sogar an den FEIF-Werten ablesen: Erste Feif Note 7.99, dann einige weitere Versuche, doch die Noten werden immer schlechter. Die letzte Feif hat eine auffällige 5,0 im Pass, das ist schon mit dem ausländischen Reiter, der ihn flott machen sollte, damit er die 8,0 bekommt und Elite werden soll. Doch nach dieser letzten Feif finden sich keine Ergebnisse mehr. Die Züchterin erzählte, er sei nach der Zeit bei dem dänischen Bereiter noch mal gestartet worden aber die Prüfung musste abgebrochen werden, weil da gar kein Pass und Galopp mehr da waren. Scheint da also doch eine Verbindung zu geben: erste Feif vielversprechend, aber nicht für die Elite-Wertung ausreichend. Dann mehrere Versuche mit unterschiedlichen Reitern, das besser zu machen. Es wird aber immer schlimmer, der Druck wird größer und anscheinend haben sie nicht oder zu spät gemerkt, dass das Pferd irgendwann abschaltete.


1.5. Erstes Mal auf dem Reitplatz am neuen Stall. Gestern waren wir nur alles an der Hand angucken, grasen lassen und schubbern. Die letzten Male im alten Zuhause fühlte er sich nur noch an wie ein faules Pferd - das klingt nach wenig, ist aber ein Fortschritt. Vorher fühlte es sich eben an wie: „OK, er läuft, gut aufpassen, dass er nicht die Bremse reinhaut!“ Immer auf der Hut sein und geschickt es so lenken, dass es nicht zum Fehler kommt und ich loben kann. Dieses klemmige Gefühl, er könne die Beine gleich in den Boden rammen, war nicht mehr da. Ich konnte auch im Schritt mal eine Bahn lang einfach nur so reiten, draufsitzen, ohne mir etwas zur Beschäftigung auszudenken wie Achten reiten, schnelle Wechsel zwischen Antraben und Schrittreiten. Heute auf dem Platz zeigte sich das auch wieder. Man sieht es an ganz kleinen Dingen, etwa dass man ihn aus dem Stehen heraus einfach antreten lassenkann. Zuvor war es schon mal so, dass man eben erst den Hals biegen musste, um ihn so in die Wendung antreten zu lassen, was dann auch fluppte. Natürich haben wir geraden den Bonus neuer Stall: Hier ist alles neu, es gibt viel zu gucken. Daher ist der Vorwärtsdrang eher da. Nach einmal angaloppieren, sogar mal eine ganze Seite lang, haben wir aufgehört. Er fühlte sich zu jeder Zeit im vorwärts an, und das ist doch schon etwas. Natürlich sieht das alles noch nicht schön aus- Die Ecken reiten wir kaum aus, die Zügel stehen oft nicht an, sondern ich kraule den Hals wenn er flott ist und wandere daher mit den Händen gen Ohren. Aber das macht nichts, momentan. An der Hand habe ich angefangen, ihm beizubringen den Kopf zu senken. Per Zügelzeichen funktioniert es noch nicht gut, und er hat es so auch nicht verstanden. Also mache ich es zunächst so wie Bea es mir zeigte beim Kurs, ich lege den Zügel im Stand übers Genick und mache da punktuell Druck mit dem Zügel. Senkt er den Kopf, gebe ich nach. Um das Zügelzeichen schleichend einzuführen, mache ich das auch mit Impuls nach oben in die Maulwinkel, was aber ziemlich fummelig ist: Einerseits mit den Händen Druck auf den Zügel im Genick machen, andererseits fein den Zügel zum Maul hin anheben. Muss mal ein Bild davon machen, sonst versteht man das wohl kaum. Die Tage davor: Der Junge wird frech! Mal getreten an der Longe ,mit dem VB wie ein Hengst, mal flog der Hintern in die Höhe beim Reiten. Aber: Gar nicht schlimm, eher gut! Da ist wieder Leben drin, das muss eben nur in die richtige Richtung gelenkt werden.




 

 

 

 

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